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Schmalkalden
Historische Ansichten
Der Altmarkt von Schmalkalden Fotos ab 1858
Der Altmarkt wurde im 12 Jh. angelegt. Am 22.März 1872 pflanzten Schüler die "Friedenslinde" auf den Altmarkt. Dort stand sie bis in den frühen 60ern des vergangenem Jh.. 1876 kam das Carl Wilhelm Denkmal hinzu. Später, 1883, wurde der Brunnen am Altmarkt neugebaut. Er wird der Büste von Luther versehen, gefertigt von Deutschmann. 1892 wurden weitere Bäume gepflanzt, welche aber, kurz vor 1945, wieder verschwanden. Während des Krieges stand sogar eine Benzin Zapfsäule direkt vor dem Rathaus. Dann, zu DDR Zeiten, war dies ein trister Ort, mit Geländer gesäumt als Schutz für die Passanten, vor den stark zunehmenden Verkehr. 1984 wurde die Innenstadt für den Verkehr gesperrt und die unansehnlichen Geländer verschwanden wieder. Danach bepflanzte man den Altmarkt wieder und auch ein neuer Brunnen wurde gebaut, aber dieses mal mitten auf den Platz vor der Kirche. Dieser wiederum verschwand ca. 2000 wieder. 2004 begannen dann die Grabungen rund um die Kirche und darauffolgend die Neugestaltung, welche 2007 im Bereich des Altmarktes beendet wurden.
Das Rathaus umfasst hier das linke und das mittlere Haus. Der rechte Teil 1419 erbaut beherbergt den alten Sitzungssaal, wo die "Schmalkaldischen Artikel" beraten wurden. Außerdem die 1917 errichtete Gedächtnishalle. Im Erdgeschoss befindet sich auch der Ratskeller, eine Gaststube, bei dem indes, der vormals halb zugemauerte, Eingang wieder geöffnet wurde. Der Linke Teil (südlich) besteht erst seit 1905. Davor stand hier ein Bürgerhaus vom Ratsherrn Christoph Müller, welches die Stadt, 1537 für 480 Gulden, ankaufte. Die Stadt richtete hier die "Waage", ein Kaufhaus, ein. 2 Jahre Später brachte man die Brotbänke darin unter. 1600 erweiterte man das Gebäude um ein großen Weinkeller. Später, um 1900, wurde in der Ostseite der Mittlere Eingang zugesetzt und ein Eingang rechtsseitig, sowie ein Ofen eingebaut. 1901 brannte dieser Teil nieder und vernichtete dabei einen großen Teil des dort untergebrachten Stadtarchives. 1903-05 erbaute man dann das, wie heute zu sehende, Rathaus mit den markanten Giebeltürmchen.
Die Post. Einst beliebtes Fotomotiv. War sie doch einer der schönsten Gebäude der Stadt. Errichtet wurde sie anstelle ehemalige Sk. Nicolai Kapelle bzw. ehem. Pferdeschwemme, welche 1880 abgerissen wurde. Sie wurde als kaiserliche Post am 28.April 1882 eröffnet. Damals noch mit einer Hofeinfahrt. Später, ca.1910, hatte man das Grundstück der ehem. Buchdruckerrei der Gebr. Wolf gekauft und diese dann abgerissen. Hier wurde die Post nun um zwei weitere Toreinfahrten erweitert. Darauffolgend in den 30ern hat man dem Schriftzug das Kaiserliche genommen. Davor war, malerisch gelegen, der Lutherbrunnen, zusammen mit der umringenden Einfriedung und Bäumen. Die Einfriedung und die Bäume wurde, wegen ansteigenden Verkehr bereits ca. 1930 wieder entfernt und schließlich kurz vor Kriegbeginn gänzlich abgerissen. Im Krieg bei den Fliegerangriffen 1945 wurde die Post fast völlig zerstört. Danach wurde sie zwar wieder aufgebaut, aber ohne den schmückendes Beiwerk und Türmchen. Und so ist sie noch heute zu sehen.
Die Stadtkirche St Georg ist das Wahrzeichen der Stadt Schmalkalden. Sie ist eine schönsten spätgotischen Hallenkirchen Thüringens und wurde erbaut 1437 bis 1505. Der untere Teil des Südwestturmes ist romanischen Ursprungs, ca. 12.Jh.. 1564 stürzte der Nordturm ein und nur 6 Jahre später erlitt auch der Südostturm erhebliche Beschädigungen. Noch im selben Jahr begann man mit den Reparaturen an und erhöhte ihn um fast das doppelte. Diesen krönte man, wie vorher auch, mit einem Türmerstübchen, wie es heute noch zu besichtigen ist. 1786 wurde die umlaufende, in Stein gefasste Blattform mit einen Laubengang überdacht und mit Metallgeländer versehen. So sieht man den Turm noch heute. 1585 verbrachte man die große Oster Glocke in den Turm, wo sie 1847 zersprang. 1748 errichtete man den eingestürzten Nordturm wieder, wurde aber nicht abgeschlossen. Erst 1851 nahm man die Arbeiten wieder auf. Dabei wurde zugleich die neue 3600kg schwere "Große Oster" integriert. Dort hängt und läutet sie noch heute. 1945 wurde die Kirche stark beschädigt, aber in den Frühen 60er wieder repariert. Ab 1990 hatte man sie Stück für Stück saniert.
Die Krone. War schon seit den 15.Jh. ein Dreh und Angelpunkt in der Geschichte Schmalkaldens. So fanden zeitweise zwischen 1530-1543 die Tagungen des Schmalkaldischen Bundes statt. Das Hessenwappen, aus dem Jahre 1695, erinnert an das bedeutende Ereignis. Am 5.April 1880 riss man den vorderen Bau komplett ab. Darin befand sich die Lutherstube, welches man in die Stadtkirche verbrachte. Zunächst wurde das Gebäude 3geschossig gebaut, wie auch vorher schon. Auch das Hessenwappen wurde wieder integriert und besteht heute noch. Damals wurde marktseitig ein Balkon angebracht. Dieser wurde wohl in den 50ern abgebrochen. Ca. 20 Jahre nach der Neuerbauung wurde die Krone um ein Stockwerk, einem Dachgeschoß, erweitert. Zu DDR Zeiten, ca. Ende 1972, wurde ein Durchbruch in der Ecke zur Strasse gemacht, um die Fußgänger vom Verkehr fern zu halten. Nach Beruhigung der Innenstadt, verschloss man Diesen wieder und integrierte hier einen Kiosk. Heute werden dort Bratwürste verkauft.
Die Insel ist in Prinzip eine Gebäudeinsel, zwischen Salzbrücke und Altmarkt, links ist die Mohrengasse und rechts die Judengasse. Aufnahmen von 1880 zeigen das mittlere Gebäude noch mit kleinen Erker auf der Linken Seite und ohne Türe. Wahrscheinlich schon 10 Jahre später hat man hier ein Geschäft untergebracht. Seit dem war es anfänglich Zigarrenbörse (Zigarettengeschäft), Friseursalon, Blumenladen und heute Teegeschäft. Links davon, eines der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt. Das war nicht immer so, denn bis 1909 war es relativ unscheinbar. 1907 stellte man jedoch fest, dass die Ecke des Gebäudes dem Gewicht der Stromleitungen nicht stand hielt. Worauf man die Ecke mit einer Säule abstützte. 1909 konnte man nun, aufgrund der neu gewonnenen Standfestigkeit, das Gebäude um einen Giebel erweitern. In dieser Optik ist es uns heute noch erhalten. Rechts auf dem Bild, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, die Merkelsche oder Todenwarthsche Kenmmenate aus der ersten Hälfte des 16.Jh.. 1575 wurde sie von Todenwarth zur Kemenate umgebaut. Bis Mitte des 19.Jh. war hier die Posthalterei sowie das Gasthaus "deutsches Haus" untergebracht. Bis ca. 1920 hatte die Fam. Merkel darin ein Lebensmittelgeschäft geführt. Kurz vor Ende der DDR war hier der INTERSHOP untergebracht. Das Gebäude ist 5fach unterkellert und besaß einst 3 äußere Kellerportale, die alle zugesetzt wurden. Auch 2 der Keller, die längsseits des ehemaligen Kunstgrabens verliefen, wurden zugeschüttet.
Altmarkt 6-8 (auf Bild 7 und 8) Drei sehr schöne Häuser mit interessanten baugeschichtlichen Hintergründen. So weis man von Haus 6, dass es ursprünglich, in der Front, fast nur halb so breit war und erst im 19.Jh. auf die heute sichtbare Breite erweitert wurde. Das Tor war ursprünglich eine Hofdurchfahrt und gehört zum älteren, wahrscheinlich 1705 erbauten, Teil des Hauses. Die Teilung ist auch heute gut an der Fassade sichtbar. Über Haus 7 gibt es kaum Informationen. Aber um so mehr über das Haus 8. 1440 stand hinter dem Haus die Erstbebauung. Ein Keller aus dieser Zeit ist eingefallen und zugeschüttet. Der zweite fordere Keller, auch aus diesem Jahre, existiert heute noch und der 3. Keller führt wie heute noch zur Strassenfront. Dieser Teil ist jünger und stammt aus dem Jahre 1618 und hatte wie Haus 6 ebenso eine Hofdurchfahrt. Das Haus darauf stammte wahrscheinlich aus diesem Jahr. Der rückwärtige Teil wurde schon vor 1990 abgerissen. Der Vordere Teil wurde abgetragen und nach Vorbild des Originals in leicht veränderter Form wieder aufgebaut. Alle drei Häuser wurden bis 2008 saniert und fertig gestellt. Heute zeigen sie sich nun voller Pracht.
Altmarkt 13 wahrscheinlich um 1900 erbaut. Leider habe ich über dieses Haus keine weiteren Infos gefunden. Nur soviel, dass es als Bankgebäude diente und danach als Gaststätte "Zur Post" fungierte. In der DDR war es Damenmodengeschäft. Nach der Wende war dort ein Drogeriemarkt untergebracht. Damals war es lila angestrichen worden und wurde scherzhaft als Milkahaus bezeichnet. Heute ist es wieder weiss und beherbergt wieder eine Modegeschäft einer nahmenhaften Kette.

Für weitere Infos bin ich dankbar. Mail an bader-frankfurt@t-online.de
Hier werden sie weiter interessante Aufnahmen vom Altmarkt Schmalkalden von Dächern, Balkonen, vom Kirchturm und anderen ungewöhnlichen Blickwinkeln sehen. Auch werden hier das Denkmal von Carl Wilhelm gezeigt. Es stand bis ca. 1938 auf dem Altmarkt, bis es zum Katzensprung verbracht wurde, worauf der Platz Carl Wilhelm Platz genannt wurde. Carl- Wilhelm war der Schreiber des Liedes "Wacht am Rhein", ist in Schmalkalden geboren und verstarb auch hier. Das Denkmal wurde zu DDR Zeiten entfernt. Der Verbleib des Denkmals ist mir unbekannt.
Auch können Sie hier Detailaufnahmen des Lutherbrunnen und anderen Brunnen sehen. Der Lutherbrunnen wurde zu Ehren des 400. Geburtstages von Luther 1883 (Büste Luthers von Deutschmann) errichtet, anstelle des schmucklosen Brunnens am Altmarkt, von den es keine Überlieferungen gibt. Diese Art Brunnen sah man überall in Schmalkalden in verschiedenen Ecken. So stand einer am Auertor, auf der Salzbrücke und einer in der Hoffnung, vermutlich auch auf dem Lutherplatz. Zurück zum Lutherbrunnen. Dieser war einst umsäumt von Bäumen, wie bereits bei der Post schon beschrieben. Irgendwann zwischen 1934-1935 verschwand das gotische Dächlein, warum ist mir nicht bekannt. Um 1939 wurde der Brunnen aus Platzgründen komplett entfernt. Die Büste steht nun neben den Kircheneingang.